Peter Thiel? Erst nach und nach ist der Name dieses Milliardärs und Tech-Investors aus dem Silicon-Valley auch in Deutschland bekannt geworden. Technologische Utopien sowie Macht und Erfolg der Reichen sind die wichtigsten Bausteine seiner libertären Weltanschauung, die sich zu einer quasi-religiösen Heilsvorstellung zusammenfügen. Mit den Stichworten Apokalypse und Antichrist greift Thiel auf Elemente der Welterklärung zurück, die nur scheinbar „mittelalterlich“ sind; vielmehr knüpft er an geistesgeschichtliche Traditionen des 20. Jahrhunderts in Deutschland an. Thomas Fliethmann, Dogmatiker mit Forschungserfahrung in den USA, ordnet diese Entwicklungen theologisch ein und fragt, ob und wie diese Form von „Tech-Theologie“ auch Deutschland erreichen und prägen könnte.
Prof. Dr. Thomas Fliethmann ist Direktor des Instituts für Fort- und Weiterbildung der Diözese Rottenburg-Stuttgart und apl. Professor für Dogmatik an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Eberhard-Karls-Universität Tübingen.


