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Folge 16: Coco

 

 

Wie ich bereits in einer anderen Ausgabe erwähnt habe, habe ich einen Großteil des Lockdowns damit verbracht, mich durch das Internet (und unsere Bibliothek) zu wühlen, um nach und nach all die Animationsfilme nachzuholen, die ich im Kino verpasst habe. Einer, der mich sehr berührt hat und auch nachträglich im Gedächtnis geblieben ist, ist Coco.

 

Coco spielt am mexikanischen Feiertag Día de Muertos (zu Deutsch Tag der Toten), welcher dem Gedenken an die Toten gewidmet ist. Unser Hauptcharakter ist der Junge Miguel, dessen großer Traum es ist, Musiker zu werden – blöd nur, dass in seiner Familie Musik verboten ist. Als seine Gitarre von seiner Großmutter zerstört wird, schleicht er sich in das Mausoleum eines berühmten Musikers und stibitzt dessen Gitarre, um damit aufzutreten. Doch plötzlich wird er ins Land der Toten katapultiert! Dort muss er nun seine verstorbenen Verwandten finden, denn nur sie können ihm helfen, in seine Welt zurückzukehren. Und die Zeit drängt, denn Miguel läuft Gefahr, nicht wieder zurückkehren zu können.

 

Coco ist eine Produktion von Disney Pixar. Ganz in alter Disney-Manier gibt es einige musikalische Einlagen im Film. Allerdings handelt es sich hierbei nicht um große Musicalnummern, die einen wie aus dem Nichts erschlagen – Coco hat es tatsächlich ganz seriös gelöst, denn die Songs sind immer logisch platziert (z.B. spielt Miguel bei einem Talentwettbewerb vor). Das war für meine Mitschauer*innen eine Erleichterung (ich persönlich liebe große Musical-Nummern) und könnte auch für viele Eltern zur Erträglichkeit beitragen. Und wer bei Filmen oft weint, dem kann ich versprechen, dass er bei der letzten Darbietung von Remember Me ein paar Tränen vergießen wird – nicht umsonst wurde der Song mit dem Oscar für Bester Filmsong ausgezeichnet. Einen weiteren Oscar gewann der Film übrigens als Bester Animationsfilm.

 

Apropos: Ich muss auch kurz darüber schwärmen, wie wunderschön der Film animiert ist, vor allem was die Farbwahl angeht. Ich bin auch immer wieder begeistert, wie weit die Animationskunst in den letzten Jahren gekommen ist. Das Detailreichtum ist wirklich bemerkenswert und bei jedem Schauen entdecke ich ein neues Detail oder Easteregg.

 

Eine weitere Sache, die mir an dem Film so gefallen hat, ist dass ich Einblicke in eine Kultur bekommen habe, mit der ich zuvor nicht besonders vertraut war. Ich hatte zwar vom Día de Muertos gehört, hätte aber nicht mit viel Selbstvertrauen über diesen Feiertag reden können. Pixar hat scheinbar die Produktion des Filmes sehr ernst genommen und hat sich ein umfassendes Beraterteam an die Seite geholt, um die mexikanische Kultur angemessen darstellen zu können, was man auch gut an der Musik sehen, bzw. hören kann. Ich fand es auch gut, dass (zumindest im Englischen) viel Spanisch beibehalten und nicht übersetzt wurde.

 

Mich würde wirklich interessieren, wie viele Menschen noch immer der Meinung sind, dass Animationsfilme nur was für Kinder sind. Ich hoffe, dass spätestens nach Filmen wie Alles steht Kopf viele ihre Meinung geändert haben, denn auch Coco ist definitiv ein Spaß für die ganze Familie, denn auch ich als Erwachsene war mindestens so begeistert wie viele Kinder es waren. Da Coco zum Großteil im Totenreich spielt, ist es nicht verwunderlich, dass der Tod ein wichtiges Thema ist. Der Film zeigt den zuschauenden Kindern eine etwas andere Vorstellung davon, was einen nach dem Tod erwartet, als man es in der westlichen, christlich-geprägten Welt vermutlich gewohnt ist. Der (erste) Tod wird nicht unbedingt als etwas schlimmes porträtiert, denn die Toten verlassen einen nicht, solange man sich an sie erinnert.

Das ist verknüpft mit dem Hauptthema des Films: Familie. Familie und die Verbindung zwischen den einzelnen Mitgliedern – egal ob lebendig oder tot – ist von großer Bedeutung. Am Día de Muertos erinnert man sich an seine verstorbenen Verwandten und zelebriert sie. Auch Miguel lernt im Laufe des Films, dass Familie für ihn das Wichtigste ist und gibt sogar seinen Lebenstraum auf, um seine Familie zu retten. Dieses Video erklärt das ganze Familien-Thema noch einmal tiefgründiger (Vorsicht Spoiler!).

 

Coco ist definitiv ein Film für die ganze Familie, der wichtige und zentrale Themen wie Leben, Tod und Familie auf eine rührende und erfrischende Art und Weise behandelt. Gleichzeitig gibt er einen Einblick in eine Kultur, die vielen deutschen Zuschauer*innen vielleicht weniger vertraut ist. Typisch für einen Pixar Film bringt er einen zum Lachen und zum Weinen.

 

Hier findet ihr den Trailer zum Film!

Und wenn ihr euch den Film anschauen wollt, dann leiht ihn euch doch in unserer Bibliothek aus! Ihr findet ihn unter der Signatur Y DVD COC.

 

Wenn ihr den Film gesehen und er euch gefallen hat, dann empfehle ich euch zwei Videos: dieses Video geht den Film Stück für Stück durch und spricht über die möglichen Andeutungen der Filmemacher*innen. Und dieses Video ist einfach gut anzuschauen, wenn man sich erzählen lassen will, warum genau Coco so großartig ist (er spricht sowohl über die Story als auch die Machart).

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