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Folge 9: Dolly Parton - Here I Am

(Country-Music Special)

Fast jede*r kennt Dolly Parton und ihre größten Hits Jolene, 9 to 5 und I will always love you (obwohl die meisten wohl eher das Cover von Whitney Houston kennen). Doch nicht viel ist über ihr Privatleben bekannt – und das ist Absicht, Parton behält diesen Teil ihres Lebens größtenteils für sich. Die Netflix-Dokumentation Dolly Parton – Here I Am bietet einen kleinen Blick hinter die Kulissen, fokussiert sich aber hauptsächlich auf ihre Karriere.

 

I know I look totally bizarre and artificial, l but I am totally real inside” – Dolly Parton

 

Mit jungen achtzehn Jahren kommt Dolly nach Nashville um ihre Karriere als Sängerin zu starten. Der Weg ist zu Beginn steinig, vor allem, da sie oft als „dummes Blondchen“ wahrgenommen wird. Doch genau das macht sie sich dann zu Nutze: Sängerin Kylie Minogue nennt sie in der Dokumentation eine heimliche Pionierin des Feminismus, die schon in den 70ern feministische Lieder an die große Masse brachte (z.B. Dumb Blonde).

Doch während sie als Sängerin immer bekannter wurde, hielt sie sich über ihr Privatleben stets bedeckt: noch vor ihrem großen Durchbruch lernte si z.B. Carl Dean kennen, den sie dann einige Jahre später heirate. Er ist das wohl best-gehütete Geheimnis in Dollys Leben, denn selbst langjährige Musikgefährten haben ihn noch nie gesehen und bis heute meidet er das Rampenlicht.

 

Die Dokumentation folgt einer klaren Linie: anhand ihrer Songs wird eine Zeitlinie von Dollys Karriere erstellt. So läutet Jolene ihre Pop-Phase ein und mit 9 to 5 wird ihr Debut als Schauspielerin begleitet. Sowohl Dolly als auch viele ihrer befreundeten Musiker kommen zu Wort. Weitere Einblicke liefern Hollywoodstar Jane Fonda (an ihrer Seite hatte Dolly in dem Film Warum eigentlich … bringen wir den Chef nicht um? gespielt) und Sängerin Kylie Minogue.

 

Dolly Parton wird zurecht oft als „national treasure“ bezeichnet. Ihre Fans sind nicht nur in beiden politischen Lagern zu finden, Jane Fonda beschreibt auch, warum sie viele LGBTQ+-Fans hinter sich versammelt:

 

Through her songs she opens her arms wide and embraces such a broad swathe of people that don’t always feel seen. And it’s why people love her.

 

Ernstere Themen wie ihre Depressionen, Burnout und der Sexismus, dem sie sich immer wieder ausgesetzt sieht, werden zwar angesprochen aber nicht wirklich eingehend thematisiert – sie sind eher Randbemerkungen.

 

Insgesamt ist Netflix‘ Dolly Parton – Here I Am eine gute Dokumentation für Einsteiger*innen. Sie gibt einen guten und unterhaltsamen Überblick über die lange Karriere des Country-Stars und fokussiert sich dabei auf das, wofür Dolly am bekanntesten ist: ihre Musik. Trotz des minimalen Einblickes in ihr Privatleben bekommt man jedoch auch eine bessere Idee davon, wer der Mensch hinter dieser Persona ist. Ich kann mir gut vorstellen, dass die Dokumentation für eingefleischte Dolly-Fans etwas enttäuschend sein könnte, aber für einen Laien wie mich war sie sehr interessant und kurzweilig.

 

 

Dolly selbst endet ihre Dokumentation mit einer Erklärung, warum Country-Musik so wichtig für die amerikanische Bevölkerung ist:

I think there will always be country music. I do believe that people will search out those songs […] because they are the stories that people naturally live. They are your true feelings. Just about love and heartache and family and poverty. So, I think that there will always be that simplicity people need because the world is so complicated. I think that country music kind of simplifies simplicity and we’re gonna always need hat the crazier the world gets.

 

P.S.: Diesen Monat beschäftigt sich auch unser Kulturprogramm unter anderem mit Country-Musik. Wenn Du dich für die Geschichte des Genres und die Frage danach, welche Rolle weißer Rassismus darin spielt, lass dir unsere Events Rassismus in der Country-Musik: White Music for White People? am Mi. 12.5. um 19:15 Uhr und Bob Dylan & Black America am Mi. 19.5. um 19:15 Uhr nicht entgehen!

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