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Folge 6: Unter dem Tellerrand (2018)

Jeder von uns hat wahrscheinlich schon einmal von der Flat-Earth Theory gehört, der Verschwörungstheorie, dass die Erde eigentlich eine Scheibe ist. Aber wusstet ihr, dass es auch Flat-Earther Dating Seiten und Musik gibt? Ich auch nicht – bis ich auf Netflix über die Dokumentation Unter dem Tellerrand gestolpert bin.

 

In 95 Minuten erforscht diese Doku das Phänomen der Theorie, dass die Erde eigentlich flach ist, wir unter einer großen Kuppel leben und unser Leben lang belogen wurden. Dabei werden sowohl Flat-Earther als auch Wissenschaftler*innen und Astronaut*innen nach ihrer Meinung gefragt. Der Fokus liegt aber hauptsächlich auf der Gemeinschaft.

 

An der Seite von Mark Sargent, einer relativ großen Figur in der Flat-Earth Community, wird uns die Gemeinschaft und all ihre Theorien vorgestellt. Er nimmt die Kamera mit in sein Aufnahmestudio, ins NASA Space Center und auf Tagungen. Durch ihn erfahren wir von dem Drama, dass sich innerhalb der Community abspielt, dem Kampf um Macht und Anerkennung. Und wir lernen viele Flat-Earthers kennen sowie ihre Gründe, warum sie so an dieser Idee festhalten. Zudem werden auch die Schattenseiten dieser Bewegung dargestellt: An einer Stelle in der Dokumentation reden sie darüber, wie sie aufgrund ihrer Ansichten von ihren Familien und dem Großteil der Gesellschaft ausgeschlossen werden.

 

Auf der anderen Seite stehen die Wissenschaftler*innen und Astronaut*innen, die als Lügner*innen bezeichnet werden. Sie reagieren auf die Theorien der anderen Seite und geben ihre Meinung zu der ganzen Bewegung ab. Wie diese ausfällt, ist leicht zu erraten und wird wohl niemanden überraschen.

 

Auch wenn die Dokumentation den Flat-Earthern sehr viel mehr Aufmerksamkeit und screen-time widmet, so finde ich doch, dass sie eine relativ klare Stellung bezieht auf welcher Seite die Filmemacher*innen stehen. Das drückt sich vor allem in dem Ende aus – das ich hier natürlich nicht spoilern werde. Aber dennoch fand ich, dass die Flat-Earther und ihre Überzeugungen mit angebrachtem Respekt dargestellt wurden.

 

Als jemand der fest davon überzeugt ist, dass die Erde eine Kugel ist, fand ich diese Dokumentation schon etwas schwierig zu schauen, weil ich oft nicht ganz verstanden habe, wie man fest an etwas glauben kann, was ich selbst als so unsinnig empfinde. Aber wahrscheinlich denken die meisten Flat-Earther so über mich.

Ich glaube auch, dass ich es etwas befremdlich fand, weil ich in meinem Umkreis niemanden kenne, der diese Vorstellung (zumindest offen) vertritt. Würde ich in Amerika leben, wäre das vielleicht anders.

 

Generell würde ich sagen, dass die Doku einen guten ersten Einblick in ein faszinierendes Thema gibt, auch weil sie sich viel Mühe macht beide Seiten zu beleuchten. Wenn man sie mit anderen Leuten schaut, dann hat man definitiv viel Gesprächsmaterial währenddessen und danach.

 

Hier geht es zum englischen Netflix-Trailer!

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