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Folge 3: Jeffrey Epstein: Stinkreich (2020)

(Mini-Dokumentation-Serie)

TW: Vergewaltigung und sexuelle Belästigung von Minderjährigen, Suizid

Disclaimer: Das ist keine Feelgood-Dokumentation und nichts für schwache Nerven! Die FSK von 16 Jahren sollte unbedingt beachtet werden.

 

Ich glaube 2019 haben wir alle mitbekommen, wie Millionär Jeffrey Epstein massive Vorwürfe sexuellen Missbrauchs gemacht wurden, wie er von der Polizei festgenommen und dann kurz darauf leblos in seiner Gefängniszelle gefunden wurde  – zu einem Prozess kam es also nie. Doch das Ausmaß seiner Verbrechen war vielen (mir zumindest zu Beginn) nicht bewusst. Seine Taten nimmt sich die Mini-Doku-Serie „Jeffrey Epstein: Stinkreich“ genauer in den Blick.

 

„I want [Epstein] to … to look at me and I wanted to be like ‘Do you remember me? Do you remember my face? Do you remember anything about me? Of course, you don’t remember me, because there was hundreds like me. You don’t remember me but uh! I’ll remember you for the rest of my life.’” (Folge 4)

 

Die Serie ist in vier Episoden unterteilt, die alle nicht leicht anzuschauen sind. In den ersten drei Folgen werden die Survivors, also die Überlebenden, vorgestellt und es wird aufgerollt, wie Epstein es scheinbar jahrelang geschafft hat, der Justiz zu entgehen oder mildernde bis gar keine Strafen zu erhalten. Die letzte Folge dreht sich um seine Verhaftung und die daraus entstandene Hoffnung der überlebenden Frauen und diskutiert die Theorie, dass Epstein möglicherweise keinen Selbstmord begangen habe.

 

Die Serie bezieht klar Seite, vor allem da viele der Frauen, die von Epstein belästigt wurden, die Möglichkeit haben, ihre Geschichte zu erzählen. Mit Alan Dershowitz kommt jedoch auch einer der Beschuldigten zu Wort – vermutlich, weil er der Einzige war, der sich zu einem Interview bereit erklärte. Neben den Frauen werden außerdem Polizisten und Anwälte interviewt, die mit der ganzen Sache verbunden sind.

 

Die Serie vertraut darauf, dass die Schilderungen der Frauen eindrücklich und erschreckend genug sind (was der Fall ist) und verzichtet deswegen auf reißerische Nachstellungen.

 

„Jeffrey Epstein: Stinkreich“ ist sehr bedrückend und lässt den Zuschauer*innen nicht wirklich eine Atempause. Tatsächlich hat man das Gefühl, dass jede Folge schlimmer ist als die vorherige. Auch wenn die letzte Folge sich mit seiner Verhaftung beschäftigt und somit etwas positiver ist, endet die Serie doch bittersüß und der unangenehme Nachgeschmack bleibt noch länger erhalten. Ich persönlich habe die Serie Anfang letzten Jahres zum ersten Mal gesehen und ich kann mich immer noch gut erinnern, wie wütend ich während und nach dem Schauen war. Ich habe sie seitdem schon vielen Leuten empfohlen und ihr Feedback hat sich mit meinem Eindruck gedeckt.

 

Ich bin mir bewusst, dass diese Doku Vielen thematisch zu schwer sein könnte und dass es nicht unbedingt etwas ist, dass man zur Entspannung schaut. Aber ich glaube auch, dass es wichtig ist, dass man sich mit solch schwierigen Themen beschäftigt. Auch zeigt diese Serie sehr gut, wie viele der Survivors von der Justiz wieder und wieder im Stich gelassen wurden und werden.  

 

Hier findet ihr den Netflix-Trailer!

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