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Folge 25: Mamma Mia & Mamma Mia: Here we go again

 

Well, it just has an indescribable joy in it and fun – just pure fun. I don’t think its aim is to do anything but make people happy.”  – Meryl Streep (Interview)

 

Der Sommer ist da, die Temperaturen steigen höher und höher und die Abende werden länger. Immer wenn es in diese Jahreszeit umschlägt, habe ich das starke Verlangen, die Mamma Mia Filme zu schauen, denn für mich sind diese beiden Filme die Verkörperung von Sommer.

 

Die Prämisse des ersten Films, Mamma Mia, ist simpel: Sophie will heiraten und wünscht sich nichts mehr, als von ihrem Vater zum Altar geführt zu werden. Das Problem ist, dass sie ihn nicht kennt, denn ihre Mutter Donna hat sie immer allein aufgezogen. Als sie das alte Tagebuch ihrer Mutter findet, identifiziert sie drei mögliche Vater-Kandidaten und lädt alle spontan auf ihre griechische Heimatinsel ein – natürlich ohne ihrer Mutter etwas davon zu erzählen. Jetzt gilt es rauszufinden, wer von diesen drei Fremden tatsächlich ihr Vater ist.

Der zweite Film Mamma Mia: Here We Go Again erzählt, wie es mit Sophie weitergeht und zeigt auch, wie Donna die drei Männer in der Vergangenheit kennengelernt hat.

 

Der erste Film basiert auf dem gleichnamigen Bühnenmusical, dass erstmal im Jahre 1999 aufgeführt wurde und extra für die bereits existierenden ABBA Lieder geschrieben wurde. Catherine Johnson schrieb damals die Geschichte für das Stück und ist auch diejenige, die das Drehbuch für den Film geschrieben hat. Zehn Jahre später war sie auch an der Geschichte des zweiten Filmes beteiligt.

 

Dass die Geschichte an sich erfolgreich sein kann, egal wer die verschiedenen Figuren verkörpert, zeigt der jahrzehntelange Erfolg des Musicals, das – auch über 20 Jahre später – immer noch in vielen Ländern aufgeführt wird. Doch natürlich kann ein hochkarätiger Cast nie schaden und die Mamma-Mia-Filme haben eine beeindruckende Liste an berühmten Schauspieler*innen aufzuweisen. Oscar-Preisträgerin und GOAT Meryl Streep spielt Donna, ihre drei verflossenen Liebhaber werden von Pierce Brosnan („James Bond“), Oscar-Preisträger Colin Firth („Tatsächlich … Liebe“, „The King’s Speech“) und Stellan Skarsgård (“Good Will Hunting”, “Pirates of the Caribbean”-Reihe) gespielt. Ihre Tochter Sophie wird von Amanda Seyfried (“Mean Girls”) verkörpert und Julie Walters („Harry Potter“-Reihe) ist als Donnas Freundin zu sehen. Der zweite Teil behält den Original-Cast zu Großteil bei und ergänzt ihn durch die jungen Versionen der Charaktere, so zum Beispiel Lily James („Downton Abbey“, „Baby Driver“ ) als junge Donna.

Jetzt stellt sich natürlich die Frage, ob all diese hochtalentierten Schauspieler*innen auch singen können, denn es handelt sich ja um eine Musical-Verfilmung. Die Antwort ist ja, naja, und nein gleichzeitig. Einige Schauspieler*innen können definitiv singen, die meisten sind ok und einige hätten vielleicht von einem voice-dub profitiert *hust* Pierce Brosnan *hust*. Witzigerweise zerstört das jedoch gar nicht die Atmosphäre des Filmes, denn man kann förmlich durch den Bildschirm spüren, wie viel Spaß alle beim Dreh des Filmes hatten. Das zeigt sich auch in dem Enthusiasmus, mit dem alle ans Set des zweiten Filmes zurückgekehrt sind.

 

Dieser Spaß überträgt sich automatisch auf die Zuschauer*innen und wenn ich ein Wort wählen müsste, um Mamma Mia 1 & 2 zu beschreiben, dann wäre es „Spaß“. Die Filme sind farbenfroh, die Lieder laden zum Mitsingen und Tanzen ein, und die Geschichte, das Schauspiel und der generelle Vibe sind einfach nur übertrieben. Die Filme nehmen sich selbst zu keinem Zeitpunkt wirklich ernst und genau das macht sie zu absoluten Feel-Good-Filmen (was nicht bedeutet, dass eine Heulsuse wie ich nicht die ein oder andere Träne vergossen hat). Es gibt einfach so viele Momente, die geradezu ikonisch sind – Männer in glitzernden Jumpsuits, eine Titanic-Pose oder die Schnorchler, um nur einmal ein paar Teaser-Stichworte zu nennen. Es hat schon was, Schauspieler*innen, die man sonst hauptsächlich aus ernsten Rollen kennt, in witzigen Kostümen singen und tanzen zu sehen. 

 

Ich habe schon mehrfach gesehen, dass die Filme als Chick-Flicks abgestempelt werden oder für ihren fehlenden Tiefgang kritisiert werden. Ich verstehe, dass es auf den ersten Blick so aussieht und habe ja gerade selbst betont, dass die Filme hauptsächlich unterhalten wollen. Gleichzeitig will ich aber auch betonen, dass besonders der erste Film auch eine tiefere Ebene hat. Im Herzen handelt es sie hierbei um einen Mutter-Tochter-Geschichte und die Liebe zwischen den beiden. Alle, die die Handlung kritisieren mit der Aussage, dass ein Vaterschaftstest den ganzen Film nichtig macht, haben ihn nicht verstanden. Der Film dreht sich hauptsächlich um Frauen und ihre Beziehung zueinander, also kann ich verstehen, dass er besonders ein weibliches Publikum erreicht. Dass die dargestellten Figuren größtenteils Frauen mittleren Alters sind, die auch ohne Männer zufriedenstellende Leben führen, war auch mal erfrischend zu sehen und ich finde, daran merkt man, dass sowohl die Drehbuchautorin als auch die Regisseurin Frauen sind. Des Weiteren thematisieren beide Filme Themen wie alleinerziehende Eltern, Erwachsenwerden, Trauer und zweite Chancen. Und nur nebenbei ist der Film auch anti-slutshaming und zeigt, dass auch ältere Frauen Objekt der Begierde für jüngere Männer sein können.

 

Da ich nicht behaupte, dass es sich hier um perfekte Filme handelt, gibt es natürlich auch einiges zu kritisieren. Man hätte definitiv bessere Sänger*innen engagieren können (nur weil es mich nicht stört, heißt das nicht, dass es anderen auch so geht), der Film ist schon sehr weiß und vor allem der zweite Film weißt einige Kontinuitätsfehler auf. Für einige Leute könnte er auch eher klamaukig als lustig sein.

 

Auch wenn die Mamma Mia-Filme niemals für einen Oscar nominiert wurden, handelt es sich nicht um schlechte Filme, vor allem, da sie das erreichen, was sie sich vornehmen: den Zuschauenden eine gute Zeit bereiten. Natürlich würde ich diese Filme nur Menschen empfehlen, die Musicals mögen – ansonsten können die Sing- und Tanzeinlagen schon nerven (ABBA-Fan sein schadet auch nicht). Bei Mamma Mia 1 & 2 handelt es sich eher um eine Erfahrung, die am besten mit einem Glas Sekt (oder Robby Bubble) zu genießen ist.

 

Diese Video Essays erläutern noch einmal, warum vor allem der erste Mamma Mia bei den Zuschauer*innen so beliebt ist (Vorsicht Spoiler):

 

Hier findet ihr den Trailer zu Mamma Mia und Mamma Mia: Here we go again.

Beide Filme könnt ihr bei uns in der Bibliothek ausleihen!

 

 

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