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Folge 17: The Good Place

 

Was passiert mit uns, nachdem wir sterben? Erwarten uns Himmel, Hölle oder doch etwas ganz anderes? Das ist eine Frage, auf die die Menschheit (bisher?) keine Antwort gefunden hat. Eine Serie, die sich genau damit beschäftigt und die eine meiner Lieblingsserien ist, ist The Good Place.

 

Eleanor Shellstrop ist tot – und hurra, sie ist in den Himmel gekommen! Der Himmel hat die Form einer Nachbarschaft, in der alles perfekt ist. Es gibt das beste Essen, alle leben in einem Haus, das perfekt für sie ist (z.B. pompös oder rustikal) und Überraschung: es gibt Seelenverwandte. Das einzige Problem ist, dass Eleanor kein guter Mensch war und somit definitiv nicht im Himmel sein sollte.  Natürlich will sie dieses Missverständnis nicht aufklären, denn die Hölle klingt nach keiner spaßigen Angelegenheit. Sie beschließt deshalb, ein besserer Mensch zu werden und sich nachträglich ihren Platz im Himmel zu verdienen. Dabei verlässt sich auf die Hilfe ihres angeblichen Seelenverwandten Chidi. Doch plötzlich bricht Chaos in der Nachbarschaft aus und es scheint direkt mit Eleanors Anwesenheit zu tun zu haben.

 

Wie bei jeder Sitcom gibt es auch hier einen soliden Cast an Figuren, denen wir Folge für Folge zuschauen:

 

  • Eleanor Shellstrop hat ihre Lebenszeit damit verbracht, eine schlechte Freundin zu sein und ihr Job war es alten Menschen ineffektive Medizin anzudrehen. Sie war kein Monster, ist aber selbst überrascht, es in den Himmel geschafft zu haben.
  • Chidi Anagonye war früher Ethik Professor im Senegal und lehrt Eleanor im Himmel alle möglichen Ethik-Theorien, um sie zu einem besseren Menschen zu machen.
  • Tahani Al-Jamil war zu Lebzeiten Engländerin und für ihre Wohltätigkeit weltberühmt. Sie verhalf unzähligen Menschen auf der Erde zu einem besseren Leben. Im Himmel ist Jianyu Li ihr Seelenverwandter.
  • Jianyu Li war ein buddhistischer Mönch, der sein Leben im Schweigen verbracht hat. An dieses Schweigegelübde hält er sich auch nach seinem Tod noch.
  • Michael ist der Architekt der Nachbarschaft und ist vor Ort, um allen Verstorbenen den Einstieg zu erleichtern. 
  • Janet ist ein Roboter und quasi Himmels Alexa (oder Siri). Was immer man braucht oder wissen will, sie ist zur Stelle, um zu helfen. 

 

Dass diese Sitcom ein voller Erfolg wurde, ist nicht wirklich überraschend, wenn man sich anschaut, wer sie kreiert hat. Michael Schur kann sich einige der besten amerikanischen Sitcoms auf die Fahne schreiben, denn er ist der kreative Kopf hinter dem amerikanischen The Office, Parks and Recreation und Brooklyn 99 (hier meine Review dazu). Außerdem war er Schreiber für Saturday Night Live. Hier ist ein Video dazu, warum all seine Serien so unglaublich gut sind (Vorsicht: Spoiler).

 

Ich kann gar nicht sagen, was mich an der Serie am meisten begeistert. Die Prämisse, die Figuren, der Humor – oder, dass ich noch nie so angenehm und unterhaltsam verschiedenste Konzepte kennen gelernt habe, die sich damit beschäftigen, was es bedeutet, ein guter Mensch zu sein. Man lernt tatsächlich einiges bei The Good Place und hinterfragt im besten Fall auch sein eigenes Handeln.

 

Der Humor der Serie ist schwer zu beschreiben – wer Brooklyn 99 oder Parks and Rec mag, wird auch an dieser Serie definitiv Spaß haben. Sie ist voller cleverer Kommentare und Situationskomik. Die Figuren sind so überspitzt und einzigartig, dass es schwierig ist, einen Lieblingscharakter auszuwählen (ich schwanke zwischen Michael und Jianyu – aber ich kann nicht erklären warum, ohne die Serie massiv zu spoilern). Die Serie lebt auch von ihrem großartigen Casting: Kristen Bell (bekannt vor allem durch ihre Rolle der Veronica Mars) ist phänomenal als Eleanor und es zeigt sich, was für ein guter Schauspieler Manny Jacinto (Jianyu) ist, wenn man sich auch nur ein Interview mit ihm anschaut. Wer außerdem noch besonders positiv hervorgehoben werden sollte ist D’Arcy Carden, die Janet spielt (Kurze Randnotiz: ich finde es sehr angenehm, dass der Hauptcast überdurchschnittlich divers ist, denn drei der vier Hauptfiguren sind BIPOC.)

 

The Good Place ist tatsächlich bereits abgedreht. Der Serie endete planmäßig nach vier Staffeln – die Serienmacher*innen hatten sich vorher gut überlegt, wie viele Staffeln sie brauchen, um die Geschichte um Eleanor und ihrer „Gang“ gebührend zu erzählen, und genau das ist ihnen auch gelungen. Ich finde es immer schade, wenn eine Serie so erfolgreich ist, dass sie nicht zu Ende gebracht wird, obwohl die Story schon längst ausgelaufen ist (*hust* Supernatural *hust*). Vier Staffeln war die perfekte Anzahl und auch wenn man sich nach dem Serienfinale nach mehr sehnt, ist man letztlich doch zufriedengestellt (und verheult).

 

The Good Place ist eine leichte Serie mit schwerem Thema, was es einfach macht, sie mit einer ganzen Bandbreite an verschiedenen Leuten zu schauen. Die Serie steckt voller Überraschungen, was damit zusammenhängt, dass der Tod und das Leben danach von Sitcoms nur selten so konkret thematisiert werden. Eine Serie zum Nachdenken, Lachen und (manchmal) auch zum Weinen. Außerdem war es noch nie so angenehm, sich mit ethischen Fragen zum moralisch richtigen Handeln zu beschäftigen.

 

Hier findet Ihr den Trailer!

 

Ich liebe es, Video-Essays zu den Filmen und Serien anzuschauen, die ich aktuell gucke, denn es gibt immer jemanden, der*die das Medium anders (oder meistens besser) versteht als ich. Es ist immer cool, neue Perspektiven kennenzulernen. The Good Place eignet sich aufgrund seiner Prämisse sehr gut für solche Videos. Das Problem ist, dass die meisten erst richtig interessant werden, wenn man mindestens die erste Staffel geschaut hat. Von daher gilt ab hier „Vorsicht Spoiler“!

 

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